Plattform Frauendemo 13. März 2010
Vom 8. März bis 17. Oktober 2010 findet die dritte internationale Aktion der Marche mondiale des femmes statt. Überall auf der Welt setzen Frauen ein Zeichen gegen Armut und Gewalt an Frauen. Im März finden lokale Aktionen statt, am 30. Juni in Istanbul eine europäische Kundgebung, und am 17. Oktober treffen sich Frauen aus allen Regionen der Welt in Süd-Kivu (Demokratische Republik Kongo).
In der Schweiz rufen wir auf zu einer grossen, farbigen Kundgebung:
Her mit dem schönen Leben!
Frieden und Entmilitarisierung
Frieden beinhaltet mehr als die reine Abwesenheit von Krieg. Waffengewalt und Militarisierung bedrohen die Sicherheit von Frauen auch über den Krieg hinaus. Wir kämpfen für die Rechte von Frauen in Konfliktgebieten und gegen den Einsatz von Vergewaltigung und Sklaverei als Kriegsstrategien. Wir protestieren gegen die Straflosigkeit von Tätern, Staaten und Gruppierungen. Wir fordern einen Stopp der Produktion von Waffen und des Waffenhandels. Wir verlangen die gleichberechtigte Teilnahme von Frauen an Friedensverhandlungen und setzen uns mit zivilem Ungehorsam für eine zivile Friedenspolitik ein.
Gewalt gegen Frauen
Gewalt gegen Frauen ist strukturell und dient als Instrument zur Kontrolle über Leben, Körper und Sexualität von Frauen. Wir kämpfen dagegen, dass Frauenkörper als Ware betrachtet oder als Kriegswaffe eingesetzt werden. Wir verurteilen sämtliche Formen von Gewalt gegen Frauen, z.B. Feminizid, Genitalverstümmelung, «Ehrenmorde», Zwangsverheiratung, Gewalt in Partnerschaft und Familie, Sextourismus, Kinder- und Frauenhandel, Gewalt gegen und Lesben, die Verfolgung von Aktivistinnen. Wir fordern eine Präventionspolitik und die Subventionierung von Frauenhäusern. Wir wollen den vielfältigen Widerstand von Frauen gegen Sexismus und Gewalt sichtbarmachen.
Öffentliche Güter und Dienstleistungen
Wir stellen uns gegen die Privatisierung der Umwelt und des Service Public. Wasser, Luft, Elektrizität, Bildung, Gesundheitswesen sollen für alle zugänglich, von guter Qualität und erschwinglich sein. Frauen betrifft der Service Public in besonderer Weise, als (bezahlte oder unbezahlte) Arbeitskräfte sowie als Nutzerinnen. Wir bekräftigen das Prinzip der Ernährungssouveränität und setzen uns ein für lokale, nachhaltige, gesunde Lebensmittelproduktion und gegen Monokulturen. Wir wollen den Ausstieg aus der Atomenergie und die Förderung von erneuerbaren Energien.
Frauenarbeit & ökonomische Unabhängigkeit
Frauen sollen unabhängig von ihrer Nationalität, ihrem Aufenthaltsstatus und ihrer Lebensform für ihre Bedürfnisse aufkommen können. Wir verlangen, dass Reichtümer und Zeit gerecht verteilt werden und dass das Prinzip der Lohngleichheit endlich umgesetzt wird. Wir setzen uns ein für eine tatsächliche Soziale Sicherheit, einschliesslich den Lebenshaltungskosten angepasster AHV-Renten. Deshalb stellen wir uns gegen jegliche Verschlechterungen bei AHV und ALV. Wir fordern eine deutliche Arbeitszeitverkürzung ohne Lohneinbusse, die Aufwertung und Umverteilung von Haus- und Betreuungsarbeit sowie kostenlose Einrichtungen zur Förderung der Vereinbarkeit.


