Pinar Selek ist eine türkisch-französische Soziologin, die an der Universität Côte d'Azur lehrt und forscht; sie ist zudem eine Aktivistin, Opfer der Verfolgung durch den türkischen Staat. Dieser beschuldigt sie fälschlicherweise 1998 eine Bombe auf dem Gewürzmarkt in Istanbul gelegt zu haben. In Wirklichkeit ging es damals darum, dass sie sich geweigert hat, die Namen der Kurden zu nennen, die sie im Rahmen ihrer Recherchen interviewt hatte. Deshalb wurde sie als Terroristin bezeichnet und 2 1⁄2 Jahre lang im Gefängnis festgehalten und gefoltert, bevor sie aus Mangel an Beweisen freigelassen wurde.

Sie wurde viermal freigesprochen, da das Gericht jedesmal ihre völlige Unschuld anerkannte. Doch am 21. Juni letzten Jahres hob der Oberste Gerichtshof der Türkei ihren letzten Freispruch vom 19. Dezember 2014. Damals wurde Pinar zu lebenslanger Haft verurteilt und genau das droht ihr nun erneut (nach vier Freisprüchen!). Seit Januar 2023 ist ein internationaler Haftbefehl gegen sie ausgestellt, und eine weitere Anhörung ist für den 29. September 2023 in Istanbul angesetzt.

Diese Hartnäckigkeit der türkischen Behörden ist Teil einer sehr gewalttätigen Repression, die sich gegen diejenigen richtet, die sich für Demokratie und Menschenrechte einsetzen. Pinar Selek ist auf vielen Gebieten aktiv, sowohl im feministischen Kampf, als auch im Kampf für der Geschlechterminderheiten. Sie wird verfolgt, weil sie in ihrer wissenschaftlichen Arbeit auf diskriminierte Minderheiten hinweist, darunter Kurden, Kriegsdienstverweigerer, Straßenkinder und Prostituierte und sie die Anonymität u.a. der kurdischen Personen gewahrt.

Die Gesamtheit ihrer Kämpfe führt dazu, dass das autoritäre Regime sie als Terroristin anklagt. Für die Machthaber führt jede Äußerung zur Verteidigung der Menschenrechte zu einer Terrorismusbeschuldigung, insbesonders, wenn es um die kurdischen oder armenischen Gemeinschaften geht.

Die Koordinationen der Marche Mondiale des Femmes in der Schweiz, in Frankreich, Belgien und Euskadi sind Teil der breiten internationalen Mobilisierung, die ihre Solidarität mit Pinar Selek bekundet. Wir die Marche mondiale des Femmes solidarisieren uns auch mit allen Minderheiten und FreiheitskämpferInnen in der Türkei.

 

Wir fordern die sofortige und bedingungslose Aufhebung der Verurteilung von Pinar Selek!

Stoppt die endlosen juristischen Schikanen, denen sie ausgesetzt ist!

Wir bekräftigen unsere Solidarität mit Pinar Selek und allen Opfern des türkischen Staates!

 

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